Offener Biss durch Schnuller: Anzeichen und was Eltern tun können

Ein offener Biss durch Schnuller kann sich verbessern, wenn die Gewohnheit rechtzeitig beendet wird. Bleibt der Abstand zwischen den Zähnen bestehen oder schiebt das Kind die Zunge dazwischen, sollte eine kinderzahnärztliche Untersuchung erfolgen. Ein offener Biss im Milchgebiss ist eine Fehlstellung, bei der sich die oberen und unteren Zähne beim Schließen des Mundes nicht berühren. Der Schnuller allein bestimmt das Ergebnis nicht; auch Dauer, Intensität und Alter spielen eine Rolle.
Das Wichtigste zusammengefasst
- Den Schnuller zunächst tagsüber weniger anbieten und eine ruhige Einschlafroutine beibehalten.
- Das Kind nicht beschämen und den Schnuller nicht während einer Krankheit oder familiären Veränderung abgewöhnen.
- Beobachten, ob beim Schließen des Mundes ein Spalt bleibt, die Zunge nach vorn rutscht oder das Beißen schwerfällt.
- Eine kinderzahnärztliche Praxis aufsuchen, wenn die Veränderung anhält oder Unsicherheit besteht.

Was ist ein offener Biss bei Kindern und wie entsteht er?
Ein offener Biss bei Kindern entsteht, wenn sich einige Zähne beim Schließen des Mundes nicht berühren. Häufiges Schnullern kann dazu beitragen, besonders wenn der Schnuller viele Stunden am Tag verwendet und über mehrere Jahre beibehalten wird. Außerdem spielen die Zungenlage, das Schluckmuster, die Atmung und andere orale Gewohnheiten eine Rolle.
Non-nutritives Saugen und die Zähne
Non-nutritives Saugen bedeutet, an einem Schnuller, einem Finger oder einem anderen Gegenstand zu saugen, ohne Nahrung aufzunehmen. Hält das Kind den Gegenstand über längere Zeit im Mund, kann der wiederholte Druck beeinflussen, wie Zunge und Zähne in Ruhe liegen.
Deshalb reicht es nicht aus, nur zu zählen, wie viele Monate ein Kind den Schnuller benutzt. Eine durch Schnullern begünstigte Zahnfehlstellung hängt auch von Häufigkeit, Intensität und Tageszeit ab. Ein offener Biss durch Schnuller kann sich verbessern, wenn die Gewohnheit reduziert wird; der Verlauf ist jedoch von Kind zu Kind verschieden.
Anzeichen für eine Veränderung des Bisses
Eine Bissveränderung kann daran erkennbar sein, dass beim Schließen des Mundes ein Spalt zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen bleibt. Außerdem kann auffallen, dass das Kind die Zunge in diesen Spalt legt, mit den Seitenzähnen beißt oder bestimmte Lebensmittel meidet.
Andere Veränderungen des Bisses sind auf einem Foto nicht immer leicht zu erkennen. Atmet das Kind häufig durch den Mund, schnarcht es oder fällt ihm das Schließen der Lippen schwer, sollte dies mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt und einer Fachkraft für Mundgesundheit besprochen werden.

Offener Biss durch Schnuller: Wann sollten Eltern handeln?
Handeln sollten Eltern, wenn der Schnuller nicht nur zum Einschlafen, sondern auch in vielen Situationen beim Beruhigen, Spielen und Unterwegssein verwendet wird. Ein offener Biss durch Schnuller sollte ruhig beobachtet werden, denn ein unvorbereitetes Wegnehmen kann mehr Wutanfälle auslösen und dazu führen, dass das Kind stattdessen am Daumen saugt.
Ein Beispiel mit 22 Monaten
Stell dir ein 22 Monate altes Mädchen vor, das beim Einschlafen, im Auto und beim Spielen zu Hause den Schnuller benutzt. Zehn Tage lang bietet die Familie ihn nur noch zum Mittagsschlaf und nachts an, gibt beim Aufwachen Wasser und eine Umarmung und bewahrt die Schnuller an einem festen Ort auf. So kann sich das Mädchen auf die Veränderung einstellen, ohne zu hören, dass mit seinen Zähnen etwas nicht stimmt.
Was sich je nach Alter verändert
Mit 18 Monaten brauchen viele Kinder noch körperliche und sprachliche Unterstützung, um sich zu regulieren. Mit 30 Monaten können sie sich meist besser an einer einfachen, wiederholten Entscheidung beteiligen. In beiden Altersstufen sollte die Familie die gesamte Entwicklung betrachten und nicht nur die Zähne. Außerdem gelingt das Abgewöhnen besser, wenn alle Erwachsenen gleich reagieren.

Wie lässt sich der Schnuller abgewöhnen, ohne dass es zum Machtkampf wird?
Das Abgewöhnen gelingt meist besser als vorhersehbarer, kurzer und respektvoller Prozess. Es geht nicht darum, einen Kampf zu gewinnen, sondern dem Kind andere Möglichkeiten für Ruhe und Trost zu eröffnen.
- Drei Tage lang beobachten. Notiere, wann das Kind nach dem Schnuller fragt, was vorher passiert ist und was es tatsächlich braucht. So lassen sich Müdigkeit, Langeweile, Schmerzen und der Wunsch nach Nähe besser unterscheiden.
- Eine konkrete Situation reduzieren. Beginne im Auto oder beim Spielen zu Hause und behalte die Einschlafroutine zunächst einige Tage bei.
- Eine feste Alternative anbieten. Du kannst dich dazusetzen, ein kurzes Lied singen, eine Geschichte vorlesen oder das Kind umarmen. Biete nicht fünf verschiedene Möglichkeiten auf einmal an.
- Die nächste Veränderung ankündigen. Verwende einen einfachen Satz wie: „Der Schnuller schläft tagsüber in seiner Box.“ Wiederhole denselben Satz ruhig.
Eine Alltagsszene mit 30 Monaten
Ein 30 Monate altes Kind verlangt jeden Nachmittag nach der Rückkehr aus der Schule nach seinem Schnuller. Die Familie beschließt, ihn eine Woche lang in dieser Zeit nicht mehr anzubieten. Nach der Ankunft gibt es einen Snack, zehn Minuten gemeinsames Spiel mit einem Erwachsenen und anschließend eine ruhige Aktivität. Protestiert das Kind, nimmt die Familie seinen Ärger ernst und hält die Grenze ein, ohne jede Minute neu zu verhandeln.
Der typische Fehler und eine passende Lösung
Wann ist eine fachliche Untersuchung sinnvoll?
Eine fachliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn der Spalt beim Schließen des Mundes bestehen bleibt, die Zunge nach vorn drückt oder das Kind Schwierigkeiten beim Beißen hat. Bleibt der offene Biss durch Schnuller nach dem Abgewöhnen bestehen, sollte ein Termin in einer kinderzahnärztlichen Praxis vereinbart werden. Die Fachkraft kann die Entwicklung beobachten und entscheiden, ob weitere Kontrollen notwendig sind.
Suche ebenfalls Rat, wenn das Kind durch den Mund atmet, häufig schnarcht, Beschwerden hat oder Schwierigkeiten beim Essen zeigt. Allgemeine pädiatrische Informationen zu Schnullern und kindlicher Gesundheit findest du in den Materialien der American Academy of Pediatrics. Die Mundgesundheit profitiert von einer abgestimmten Begleitung durch Familie, Kinderheilkunde und Zahnmedizin.
Selbstständigkeit und Begleitung nach Montessori
Im Montessori-Ansatz bereitet die erwachsene Bezugsperson die Umgebung vor und begleitet den Schritt zu mehr Selbstständigkeit, ohne das Kind zu beschämen. Die Association Montessori Internationale bietet allgemeine Informationen zu den Montessori-Prinzipien, die diese Begleitung prägen. Zu Hause helfen eine feste Box, ein wiederholter Satz und eine kurze Routine meist mehr als lange Erklärungen.
Häufige Fragen
Korrigiert sich ein offener Biss durch Schnuller von selbst?
Er kann sich verbessern, wenn die Gewohnheit früh beendet wird, besonders wenn die Veränderung leicht ausgeprägt ist und sich das Gebiss noch entwickelt. Trotzdem sollte beobachtet werden, wie das Kind den Mund schließt, wo die Zunge liegt und wie sich die Zähne entwickeln. Bleibt der Spalt nach dem Abgewöhnen bestehen, hilft eine kinderzahnärztliche Untersuchung bei der Entscheidung über die passende Kontrolle.
In welchem Alter sollte man den Schnuller abgewöhnen?
Es ist sinnvoll, schrittweise mit dem Abgewöhnen zu beginnen, vor allem tagsüber, wenn die Familie eine stabile Routine einhalten kann. Krankheitszeiten, Reisen oder größere Veränderungen sollten möglichst vermieden werden. Es gibt kein einheitliches Alter für alle Kinder: Schlaf, emotionale Regulation, Stärke der Gewohnheit und die Entwicklung des Bisses sollten gemeinsam betrachtet werden.
Woran erkennt man, dass der Schnuller die Zähne bereits beeinflusst?
Achte darauf, ob beim Schließen des Mundes ein Spalt zwischen den Zähnen bleibt, das Beißen mit den Schneidezähnen schwerfällt oder die Zunge nach vorn gelegt wird. Diese Anzeichen erlauben zu Hause keine sichere Aussage über Ursache oder Ausmaß. Eine fachliche Untersuchung kann zwischen einer vorübergehenden Veränderung und einer behandlungsbedürftigen Entwicklung unterscheiden.
Ist es besser, den Schnuller sofort oder langsam wegzulassen?
Viele Familien beginnen damit, den Schnuller tagsüber wegzulassen und die Einschlafroutine vorübergehend beizubehalten. Danach legen sie einen klaren Termin fest, an dem der Schnuller vollständig wegfällt. Die Vorgehensweise sollte an Alter, Temperament und Stärke der Gewohnheit angepasst werden. Bei größeren Schwierigkeiten oder wenn das Kind am Daumen saugt, sollte eine Fachkraft hinzugezogen werden.